Prinzessin Katharina I.

 
  aus den Tiefen des Thüringer Waldes nahe Gertewitz an der Wolfsgrube. Herrin über die hohe Kunst der aromatisierenden Genusswelten und Regentin aller Miesenbacher Vielläppcher im romantischen Seewoogtal.

 Proklamation:

Wieder einmal ist es so weit,
es beginnt die Narrenzeit.
Mit guter Laune, Humor, Schunkeln und Singen,
wollen wir die neue Kampagne beginnen.
Hierzu begrüße ich aus Nah und Fern,
euch alle hier recht gern.

Krisen, Kriege und Skandale,
verbanne ich aus diesem Saale.
Präsident, Elferrat, Garden, und Senat,
sind voll Tatendrang und steh’n parat.
Ihr meine Freunde der Fasenacht,
aus Ramstein und aus Miesenbach,
aus der Pfalz, und aus Baden,
seid alle herzlich eingeladen,
mit uns Vielläppchern und anderen Jecken,
die fünfte Jahreszeit zu erwecken.
Drum gleich zu Beginn,
fordere ich euch auf,
ruft ein dreifaches allez-hopp
in die Welt hinaus.
Alle zusammen: allez-hopp, allez- hopp, allez-hopp.

Schon einmal stand ich voller Elan,
vom Leben am Hofe angetan,
wollte die Vielläppcher repräsentieren,
in Miesenbach eine Kampagne regieren.
Gut vorbereitet, auf der Bühne zu bestehen,
konnten alle mich als Cindy sehen,
mit der Schnauze der Marzahn,
ganz in Pink, an Humor nicht arm,
auch die vorhandene Reputation,
von der Alice, na, ihr wisst schon,
Queen Elisabeth, euch allen bekannt,
mit mir sehr freundschaftlich, doch nicht verwandt,
konnte euch nicht überzeugen,
ihr wolltet bei Janine bleiben.
Zwar habe ich euch wohl erheitert,
bin aber am Ende doch gescheitert,
nun wo der Thron ist endlich frei,
starte ich den Versuch Nummer zwei.

Damit das auch klappt, bin ich nun vornehm und nett,
gut gekleidet, hübsch und adrett,
ein „Prinzessinnen-Boot-Camp“ habe ich durchlaufen,
auf Mallorca, da musste ich pauken,
wie am Hofe man sich benimmt,
dass jede Geste sitzt und stimmt,
wie Krone und Zepter sind zu tragen,
und viele andere höfische Fragen.
So stehe ich nun vor euch und stelle mich vor,
wer mitschreiben will, holt die Feder hervor,
als eure Regentin rufe ich nun ins Land,
wie ihr müsst mich rufen, wie ich werde genannt:
Prinzessin Katharina I. aus den Tiefen des Thüringer Waldes nahe Gertewitz an der Wolfsgrube.Herrin über die hohe Kunst der aromatisierenden Genusswelten und Regentin aller Miesenbacher Vielläppcher im romantischen Seewoogtal.

Mit dem Rennsteiglied im Gepäck,
dachte ich mir es wäre ganz nett,
die Welt zu entdecken, loszuziehen,
nach New-York, London, Paris, Berlin,
so jedenfalls war mein Plan,
doch kam ich dort niemals an.
Der Narr, er denkt,
und Gott Jokus lenkt,
nur so kann es letztlich sein,
dass ich in der Westpfalz nun bin daheim,
einer Hochburg der Narretei,
dem Miesenbacher Unterhaltungsverein.
Hier gebe ich nicht nur Frohsinn zum Besten,
statt Aufbau Ost, betreibe ich Aufbau im Westen,
baue Mauern ab, die mancher noch in sich hat,
heute Abend wird damit Schluss gemacht,
verbinde den Westen mit dem Osten,
hierfür scheute ich weder Mühe noch Kosten,
Ramstein-Miesenbach und Gertewitz,
sitzen gemeinsam an einem Tisch.
Aus Gertewitz, auch Gaartz genannt,
stelle ich vor und mache bekannt,
den Bürgermeister, der heute ist da,
Günter Brüsch, meinen Papa.

Ob Fasenacht, Fasching oder Karneval,
das feiert man fast überall,
auf dieser schönen bunten Welt,
macht jeder mit dem es gefällt,
lachen, schunkeln, tanzen, singen,
auf der Straße, im Saale drinnen,
für ein paar Stunden sich vergnügen,
einmal hüben, einmal drüben.
Seit 56 Jahren hier in Miesenbach,
und wer hätte das gedacht,
halb so lang, seit nunmehr 28 Jahren,
in Oppurg auch der KC Schlossnarren,
so denke ich mir, mein Präsident,
bisher feierten wir getrennt,
und pflegten diesen alten Brauch,
doch gemeinsam geht das auch.

Drum fordere ich als erstes nun,
sich auf den langen Weg zu tun,
in den schönen Thüringer Wald,
dies aber hurtig und alsbald,
einzuladen, wäre das nicht fein,
die Schlossnarren nach Burg Vielläppstein.

Wer die Wahl hat, hat die Qual,
ob Europa oder Kommunal,
nächstes Jahr ist es wieder so weit,
fair soll es sein und ohne Streit,
dies fordere ich von allen ein,
den Kandidaten und Parteien,
die buhlen um des Wählers Stimme,
seid Demokraten im besten Sinne.
Und euch Narren und Jecken im Saal,
sage ich deutlich, es ist nicht egal,
es gibt keinen Grund zu resignieren,
ihr bestimmt, wer euch soll regieren,
das ist es, was ich fordere ein,
geht an die Urnen, bleibt nicht daheim,
macht vom Wahlrecht rege Gebrauch,
von zu Hause aus geht das auch,
ganz bequem, am Küchentisch,
dort ein Kreuzchen, da ein Strich.

Wer erinnert sich nicht noch daran,
das quantitative Verhältnis, von Frau und Mann,
die Altersstruktur der Bevölkerung,
der demographische Wandel, kurzum.
Ja fast schon vom Aussterben, waren wir bedroht,
die Jugend kam, so langsam in Not,
die Alterspyramide, auf dem Kopfe stand,
zu wenig Geburten in unserem Land.
Dies ist nicht der Weisheit letzter Schluss,
wie man nun erkennen muss,
in Ramstein und in Miesenbach, ich kann es bezeugen,
tat man der Bedrohung aktiv vorbeugen,
hier hat man nun einen anderen Mangel zu beheben,
es muss mehr Kindergartenplätze geben.

Drum fordere ich sich umzuschauen,
wo man eine KITA kann erbauen,
in welchem Stadtteil, soll nicht die Frage sein,
nach fast 50 Jahren, in denen ihr vereint.

Eine Stelle jedoch scheidet aus,
da kann es nicht hin, das Kinderhaus,
da wo der Moorfrosch quakt und lebt,
auf Adebars Speisekarte steht,
wo ein Sportplatz nicht durfte sein,
sind Gaukler und Artisten nun daheim,
im Lure, in den Luderwiesen,
Zirkuszelte in den Himmel sprießen,
dieser Ort ist bereits vergeben,
was soll ich sagen, so spielt das Leben.

Dem Bürgermeister wird so langsam heiß,
weil er immer noch nicht weiß,
ob er von mir wird verschont,
ober ob ihm eine Aufgabe droht,
nun, er ist ein kluger Mann,
und wie er sich denken kann,
eine Herausforderung, wird es geben,
damit kann er sicher leben,
ein Prinzessinnen-Contest,
die Gänse-Anna aufhorchen lässt.

Als Sportsmann, der er zweifellos ist,
ein Wettstreit seiner Kragenweite entspricht,
in Stöckelschuhen von mir gestellt,
in richtiger Größe, extra bestellt,
soll er durchlaufen einen Parkour,
das macht er sicher mit Bravour,
hierauf kann man natürlich Wetten,
dabei was trinken und was essen,
ich lade ein, dabei zu sein,
der Erlös geht an den Verein,
genauer gesagt an die Garden,
damit die auch was davon haben.

Der Stadtrat sei an dieser Stelle genannt,
unkompliziert, mit Herz und Verstand,
für Kostüme der Garden, es einen Zuschuss gab,
herzlichen Dank, für diese gute Tat.

Nun beginnt die Session, der närrischen Tage,
und es geziemt sich, dass ich danke sage,
dem Michael Schönborn, als Präsident bereits bekannt,
führt nun auch den Verein mit ruhiger Hand,
ich freue mich auf die gemeinsame Zeit,
auf deinen Rat und dein Geleit.
Dem Elferrat, der uns steht zur Seit,
der engagiert und allzeit bereit,
steht nicht nur auf der Bühne rum,
sondern kümmert sich auch um das drumherum.
Dem Senat, den ehrwürdigen Herren und Damen,
geführt von Hans Roos, der mir gab den Namen,
der sich auch für den Orden verantwortlich zeigt,
danke euch für die Unterstützung, die mir wird zuteil.
Karola Roos, unermüdlich Jahr für Jahr,
kümmert sie sich um der Hoheiten Haar,
immer bereit, mit Kämmen zur Seite steht,
eine Fachfrau die ihr Handwerk wirklich versteht.
Dem Hoffotografen sage ich ebenso Dank,
Hans Schenkel, der mich aufs Bild gebannt,
ohne Zweifel, ein Künstler fürwahr,
im Umgang mit der Kamera.
Ob auf dem Parkett, oder in der Bütt,
ob solo, in der Garde, oder ob Stühle gerückt,
ob auf oder hinter der Bühne, ohne die vielen,
Heferinnen und Helfer, die Aktiven,
wäre die Kampagne nicht zu schaffen,
was würden wir nur ohne euch machen?
Euch allen, die ihr namentlich nicht genannt,
von mir meinen aufrichtigen und herzlichen Dank.

Zu guter Letzt, freue ich mich ungemein,
über all die Gäste von daheim,
aus Gertewitz im Thüringer Wald,
wo das Rennsteiglied erschallt,
habt ihr auch auf den Weg gemacht,
in das ferne Miesenbach.
Herzlich willkommen es ist schön,
euch heute Abend hier zu sehen.

Verkündet anlässlich meiner Inthronisation zu Miesenbach am 17. Tag des Dritten Herbstmond anno 2018,
eure Katharina I.
aus den Tiefen des Thüringer Waldes nahe Gertewitz an der Wolfsgrube. Herrin über die hohe Kunst der aromatisierenden Genusswelten und Regentin aller Miesenbacher Vielläppcher im romantischen Seewoogtal.
Allez- hopp